Modul 4 - Herkömmliche und digitale Technologien als Unterstützung für Menschen mit Behinderung in den Bereichen Ausbildung, Arbeit und persönliches Wohlbefinden

Titel

Herkömmliche und digitale Technologien als Unterstützung für

Menschen mit Behinderung in den Bereichen Ausbildung, Arbeit und persönliches Wohlbefinden

Organisation

NFRI

 

Die Fachkräfte für UB sollten in der Lage sein:

·         eine positive Einstellung zum proaktiven Einsatz von herkömmlichen und digitalen Technologien als Mittel zur sozialen Inklusion von Menschen mit Behinderung zu entwickeln.

·         den potenziellen Bedarf von Menschen mit Behinderung an technischen Hilfen zu erkennen und wissen, wie sie das mit dem Bedarf der Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber in Einklang bringen können.

·         zu wissen, wie man den Bedarf an Unterstützung und Hilfe beim Eintritt in ein bezahltes Beschäftigungsverhältnis anspricht.

·         zu wissen, wie der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) Menschen mit Behinderung dabei unterstützen kann, Barrieren zu überwinden und ein bezahltes Beschäftigungsverhältnis zu erlangen und aufrechtzuerhalten.

Fachkräfte für UB erwerben die folgenden Kenntnisse und sind in der Lage:

·         einen personenzentrierten Ansatz als Methode zur Unterstützung fundierter Entscheidungen einzusetzen und die Grundsätze der Unterstützten Beschäftigung durch den Einsatz digitaler Hilfstechnologien zu fördern.

·         den Unterstützungsbedarf von Klientinnen/Klienten mit Behinderung festzustellen und ihre Fähigkeiten durch herkömmliche und digitale Technologien zu steigern.

·         digitale Hilfstechnologien einzusetzen, um die Ergebnisse des Prozesses der Unterstützten Beschäftigung zu steigern.

·         mit verschiedenen Hilfstechnologien zu arbeiten und Menschen mit Behinderung dabei zu unterstützen, ihren Lernstil zu entwickeln. Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber bei der Entwicklung wirksamer Hilfstechnologien und der Adaptierung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung zu unterstützen.

Zusammenfassung des Moduls

Inhalt und

Inhaltselemente

Zusammenfassung

Das Modul zielt darauf ab, die Rolle von herkömmlichen und digitalen Technologien in Bezug auf die Erleichterung der Kommunikation und der Teilnahme am ersten Arbeitsmarkt darzustellen. Die IKT kann flexible, spielerische, nicht näher bezeichnete Tätigkeiten unterstützen, die als Mechanismus zur Entwicklung neuer Werte und Ziele und zum Erlernen neuer Dinge dienen können.

Das Modul konzentriert sich auf das soziale Modell von Behinderung, herkömmlichen und digitalen Hilfstechnologien als Tool zum Abbau der Isolierung und zur Förderung einer sinnvollen sozialen Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft. Im Rahmen dieses Moduls liegt der Schwerpunkt auf den Fähigkeiten dieser Gruppe, den Möglichkeiten einer sinnvollen sozialen Teilhabe und dem Recht auf Beschäftigung.

Herkömmliche und digitale Hilfstechnologien können den Bedarf von Menschen mit Behinderung auf unterschiedliche Weise abdecken. Sie können Menschen dabei helfen, etwas zu tun, das sie zuvor nicht tun konnten, sich im Alltag besser zu bewegen und in der Lage zu sein, soziale Aufgaben zu erfüllen. Die Technologie kann Menschen mit Behinderung mit den notwendigen Fähigkeiten ausstatten und sie in allen Bereichen, wie Teilnahme an Bildungsangeboten, Beschäftigung, Teilnahme am kulturellen Leben oder die eigenen Kinder aufziehen, unterstützen.

Außerdem zeigt das Modul die Bedeutung des personenzentrierten Ansatzes beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT); das hat auch Auswirkungen auf ein unabhängiges Leben, da Barrieren abgebaut und der Zugang zu den wichtigsten öffentlichen Dienstleistungen (einschließlich Zugangs zur Arbeit) ermöglicht wird. Dieses Kapitel enthält Informationen über herkömmliche und digitale Technologien, die es Menschen mit Behinderung erlauben, Interaktionen zu steuern bzw.

Informationen besser handhabbar zu machen. Das steigert auch das Engagement und die Wirksamkeit am Arbeitsplatz. Das Arbeiten in virtuellen Räumen schafft für Menschen mit Behinderung Beschäftigungsmöglichkeiten, die für sie sonst nicht verfügbar oder unzugänglich wären.

Nach Abschluss des Moduls werden die Fachkräfte für UB in der Lage sein, die Arten von Hilfstechnologien und deren unterstützende Funktionen für Menschen mit körperlichen, geistigen, entwicklungsbedingten und anderen Behinderungen zu erkennen. Die Fachkräfte für UB werden in der Lage sein, die Rolle der Technologien zu verstehen, die Menschen mit Behinderung stärken und ihre soziale Teilhabe, Inklusion und Integration erleichtern. Das Modul wird den Fachkräften für UB dabei helfen, das Potenzial von herkömmlichen und digitalen Technologien zu erkennen, Menschen mit Behinderung eine volle und sichere Teilhabe an Ausbildung und Beschäftigung sowie persönliches Wohlbefinden zu ermöglichen.

Das Modul konzentriert sich auf jene Technologien, die die Soft Skills entwickeln, den individuellen Bedarf decken und den Anforderungen des Unternehmens entsprechen. Nach Abschluss des Moduls werden die Fachkräfte für UB in der Lage sein, Kolleginnen/Kollegen und Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber im Prozess der erfolgreichen Inklusion einer neuen Mitarbeiterin/eines neuen Mitarbeiters mit Behinderung anzuleiten.

Inhalt

4. Das soziale Modell von Behinderung und Hilfstechnologien

4.1 Öffentliche Unterstützungsrichtlinien und Zugang zu herkömmlicher und digitaler Unterstützung für Menschen mit Behinderung

4.1.1 Arten von inklusiver IKT

4.1.2 Technologien als individualisierte Methode zum Paradigmenwechsel bei der Bereitstellung von Dienstleistungen

4.1.3. Technologischer Zugang und Privatsphäre, Sicherheit und Vertraulichkeit

4.1.4. Staatliche Vorschriften und Richtlinien zur Bereitstellung von herkömmlichen und digitalen Technologien für Menschen mit Behinderung

4.2. Die Auswirkung von digitaler Hilfstechnologie auf ein unabhängiges Leben

4.2.1. Die Rolle der Technologie für die Verbesserung von Gesundheits- und Pflegediensten, Transport und lebenslanges Lernen

4.2.2. Hilfstechnologien als Methode zur Gleichberechtigung, der Veränderung der gesellschaftlichen Haltung und Inklusion

5. Herkömmliche und digitale Hilfstechnologie zur Unterstützung der persönlichen Selbstständigkeit

5.1. Soziale Auswirkungen von Behinderung und Arten von technischer und persönlicher Hilfen

5.1.1. Verbesserung der Kommunikation

5.1.2. Zugang zu Telekommunikation

5.1.3. WIFI-Technik

5.1.4. Einsatz von elektronischen Geräten

5.1.5. Einsatz von adaptiven Softwarelösungen

6. Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung durch digitale Hilfstechnologien

6.1. Die Rolle der Technologien bei der Überwindung von Barrieren und der Beschäftigungssuche für Menschen mit Behinderung

6.1.1. Mobilitätseinschränkungen

6.1.2. Sehbehinderung

6.1.3. Hörbehinderung

6.1.4. Hörsehbehinderung

6.1.5. Sprachstörungen

6.1.6. Intellektuelle bzw. Lernbehinderung

6.1.7. Psychische Probleme

6.1.8 Praktische Aufgaben

6.2. Herausforderungen beim effektiven Einsatz von Technologien und das persönliche Wohlbefinden von Menschen mit Behinderung

6.2.1. Persönliche Adaptierung, Schulung und Einsatz des personenzentrierten Ansatzes für Barrierefreiheit und Sensibilisierung (siehe Modul 7)

6.2.2. Computer, Mobilität, Telearbeit: Versprechen und Probleme

6.2.3. Telerehabilitation (E-Learning)

6.2.4. Zusammenarbeit mit Arbeitgeberinnen/Arbeitgebern bei der Schaffung und Beibehaltung adaptierter Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung

6.2.5. Finanzielle Unterstützung für Apparaturen und damit verbundene Dienstleistungen

6.2.6. Wartung, Reparatur und Ersatz von Geräten

6.2.7. Auswirkungen von Hilfstechnologien

Ausbildungsumfang

1. Theoretischer Teil (Stunden): 20 Stunden

2. Praktischer Teil (Stunden): 19 Stunden: Direkte Arbeit mit einigen Produkten und Technologien. Simulationen. Aufgaben zum Entwurf eines individuellen Plans für eine Person. Fallbeispiele.

3. Beurteilung (Stunden): 1 Stunde

Erforderliche bildungsbezogene Ressourcen

erforderlich

1. PC oder Laptop

2. Multimedia und Bildschirm

3. Internetzugang

4. E-Mail-Konto

5. Flipchart und Papierblätter

6. Gedruckte Unterlagen für die Teilnehmerinnen/Teilnehmer

7. Ausreichend Platz für das Rollenspiel

8. Materialien für die Simulation (Ohrstöpsel und

Augenbinden für alle Teilnehmerinnen/Teilnehmer, ein Rollstuhl)

Lernwege

1. Präsenzunterricht: 20 Stunden

2. E-Learning: 10 Stunden

3. Praxis: 10 Stunden

Vorkenntnisse

1. Lese- und Schreibkundigkeit, grundlegende Kenntnisse im Bereich Behinderungen und UB.

2. Gute Kommunikationsfertigkeiten.

3. Gute IKT-Kompetenzen.

4. Fähigkeit, mit anderen zu kooperieren.

5. Eine positive Einstellung und die Fähigkeit, gegenüber Menschen mit Behinderung empathisch zu sein.

6. Etwas Erfahrung auf dem Gebiet der Arbeit mit Menschen mit Behinderung.

Vor Beginn dieses Moduls sollten die folgenden Module abgeschlossen worden sein: Modul 1, Modul 2, Modul 5, Modul 7

Lernergebnisse

Kenntnisse:

·         Kenntnisse über Informationen, Fakten und Auswirkungen von herkömmlichen und digitalen Hilfstechnologien für den Alltag von Menschen mit Behinderung.

·         Kenntnisse über spezifische digitale Hilfstechnologien im Zusammenhang mit verschiedenen Arten von Behinderung; wie diese Menschen mit Behinderung in Bezug auf Bildung, Beschäftigung und persönliches Wohlbefinden unterstützen. Kenntnisse über die Herausforderungen und Einschränkungen, die die Nutzung bestimmter digitaler Hilfstechnologien beeinflussen.

Fertigkeiten:

·         Die Fähigkeit, den Bedarf an einer bestimmten Hilfstechnologie zu analysieren.

·         Die Fähigkeit, geeignete Lösungen zu empfehlen, die dem Bedarf der Klientin/des Klienten entsprechen.

·         Die Fähigkeit, die Klientin/den Klienten in Bezug auf die Bedeutung digitaler Hilfstechnologien zu überzeugen; darzustellen, wie sie die Chancen für die Inklusion am Arbeitsmarkt erhöhen.

·         Die Fähigkeit, die Kompatibilität zwischen den herkömmlichen und den digitalen Technologien zu untersuchen.

Einstellungen:

·         Stärkere Sensibilisierung in Bezug auf eine positive Verhaltensänderung von Menschen mit Behinderung in Bezug auf digitale Hilfstechnologien.

·         Erhöhte digitale Inklusion von Menschen mit Behinderung entsprechend der Indikatoren der Digitalen Agenda der EU und Europa 2020.

ECVET/ECTS-Punkte

ECTS = 1 Punkt;

ECVET = 5%

Beurteilung

Selbsteinstufungstest